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Herz- Kreislaufsystem
 

Was versteht man unter einem Herz- Kreislaufsystem?

herz3.jpg Man beschreibt damit den Blutkreislauf, der primär aus dem Herz und den Blutgefäßen besteht. Mit jedem Schlag pumpt das Herz mit Hilfe des Blutdrucks 60-80 ml Blut - das über die Lungengefäße mit Sauerstoff angereichert wurde - durch das weit verzweigte System der Arterien und versorgt so die Zellen des Körpers mit Nährstoffen. Gleichzeitig wird dabei das Stoffwechsel-Abfallprodukt Kohlendioxid an das Blut abgegeben, das dann über das System der Venen zurück in die rechte Herzkammer gelangt und von dort aus über die Lunge ausgeatmet wird. Im Ruhezustand schlägt das Herz etwa 60-80 mal in der Minute und 100.000mal am Tag.

Wird der Kreislauf über längere Zeit zu stark strapaziert, kommt es zu Störungen der Blutversorgung bis hin zum  Herzinfarkt oder Schlaganfall. Jährlich sterben mehr als 400.000 Menschen an Herz- Kreislauferkrankungen. Das ist in etwa die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland - und ihre Zahl wächst ständig weiter.

Welches sind die Risikofaktoren einer Herz- Kreislauferkrankung?

An der Entstehung einer Erkrankung können zahlreiche Faktoren beteiligt sein. Man differenziert hierbei in nicht beeinflussbare Risikofaktoren (Alter, Geschlecht, erbliche Belastungen) und beeinflussbare Faktoren. In der nachfolgenden Tabelle sind einige der Hauptrisiken zu einer Herz- Kreislauferkrankung aufgelistet und kleine Tipps, wie man einer möglichen Erkrankung vorzubeugen kann.

Risikofaktor
Möglichkeiten der positiven Beeinflussung
(neben körperlicher Aktivität und Stressreduktion)
erhöhtes Cholesterin (Hypercholesterinämie) Gewichtsreduktion (bei Adipositas); eingeschränkter Alkoholkonsum; Fleischverzehr auf 2-3mal pro Woche reduzieren; viel Brot, Getreideflocken, Nudeln, Reis, Kartoffeln und Hülsenfrüchte; mindestens 2mal pro Woche Fisch; meiden von gehärteten Fetten (z.B. Brat-/Kokosfett), dafür lieber Oliven- oder Rapsöl; gelegentlich Nüsse; regelmäßig Milch und Milchprodukte in kleinen Mengen
erhöhte Triglyceride (Hpertriglyceridämie) Verzicht auf Alkohol; Gewichtsnormalisierung (bei Adipositas); eingeschränkter Verzehr von Zucker; erhöhte Aufnahme von Omega-3 Fettsäuren (Hering, Lachs, Thunfisch, Sardinen, Makrelen) und ungesättigten Fettsäuren (z.B. Oliven-, Raps-, Distelöl)
Bluthochdruck (Hypertonie) Verzicht auf Rauchen und Alkohol; Einschränkung von salzreichen Lebensmitteln; Gewichtsreduktion (bei Adipositas); Fleischverzehr auf 2-3mal pro Woche reduzieren; viel Obst und Gemüse; täglich fettarme Milchprodukte; Vollkornprodukte (-Brot, -Nudeln, -Reis); regelmäßig Fisch; viel Kräuter und Gewürze, aber wenig Salz
Diabetes (Zuckerkrankheit) Alkoholverzicht; zuckerreiche Lebensmittel nur in Maßen (max. 50 Gramm pro Tag = 3 Esslöffel); meiden von gehärteten Fetten (enthalten in Pommes frittes, Fertiggerichten, Chips, Snacks, etc.), dafür Oliven- oder Rapsöl und Margarine; gelegentlich Nüsse oder Samen; häufig Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte; 2mal wöchentlich Fisch; Milch und Milchprodukte (Magerstufe)
Übergewicht (Adipositas) Verzicht auf „schnelle“ Diäten oder „Wunderpillen“; Änderung des Ess- und Bewegungsverhaltens; max. 0,5 - 1 Kilo Gewichtsreduktion pro Woche; phasenweise Gewichtsverlust, der auch gehalten werden kann (realistische Reduktion=10% des Ausgangsgewichtes; anschließen das neue Gewicht mind. 6 Monate halten; danach erst die nächste Phase beginnen); täglich mindestens 30 min Bewegung (wandern, Rad fahren, tanzen, Gartenarbeit, putzen)
erhöhtes Homocystein (Homocysteinämie) viel (ca. 400 bis 800 Gramm täglich) folsäurehaltiges Obst und Gemüse (Weintrauben, Orangen, Erdbeeren, Kirschen, Mango, Kohl, Blattsalate, Fruchtgemüse, Knollengemüse, Wurzelgemüse, Sprossen); reichlich Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln und Hülsenfrüchte; mind. 2x wöchentlich Fisch; gelegentlich Nüsse; regelmäßig Milch und Milchprodukte; Fleischverzehr auf max. 3 Mahlzeiten pro Woche einschränken
Rauchen Rauchen einstellen (nach 20 min sinkt der Puls; nach 12 Std. der Kohlenmonoxid Gehalt im Blut; nach 3 Monaten das Herzinfarktrisiko; nach 12 Monaten das Risiko zu einer Herz-Kreislauf-Erkrankung; nach 10 Jahren das Krebsrisiko)
Bewegungsmangel mehr Treppen steigen; mehr zu Fuß gehen oder Rad fahren, weniger Auto; täglich ca. 3 km zügig gehen, 15 min. Seilspringen, 2,5 km joggen, 15 min. Treppensteigen, 8 km Rad fahren, 20 min. schwimmen)
Stress Entspannungstechniken; Zeitmanagement; Bewegung in freier Natur